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Deutsche Geschichte im Mittelalter

Artikel: Kaiser Lothar III. (1125-1137)

 

Kaiser Lothar III. (1125-1137)

Deutsche Geschichte im Mittelalter
  Als Sohn des Grafen Gebhard von Supplinburg und der Ida von Querfurt wurde Lothar Anfang Juni 1075 geboren. Um 1100 heirate er Richenza, die Tochter des Grafen Heinrich von Northeim; die Ehe sollte söhnelos bleiben. 1106 war Lothar Herzog von Sachsen, 1114/15 Führer der sächsischen Opposition gegen Heinrich V. Am 30. August 1125 ist er in Mainz zum König gewählt, am 13. September in Aachen gekrönt worden. Die Wahl geschah dabei gegen den schwäbisch-staufischen Herzog Friedrich II., und so hatte sich Lothar schon bald mit dem staufischen Gegenkönig Konrad (III.) (1127-1152) auseinander zu setzen; das Gegenkönigtum blieb nach dem Fall Speyers und Nürnbergs (1130) auf Schwaben beschränkt; nach der Eroberung Ulms (1134) erfolgte dann die endgültige Unterwerfung der Staufer (1135). An der Seite König Lothars standen die Welfen, genauer gesagt die bayerischen Herzöge Heinrich der Schwarze (1120-1126) und Heinrich der Stolze (1126-1139); Bayern war schon 1070 an die Welfen gelangt.
_ Das Papstschisma von 1130 sah Lothar III. auf der Seite Innozenz II. (1130-1143), für den sich auch der deutsche Episkopat aussprach. Mochte der 1. Italienzug des Königs auch wenig erfolgreich verlaufen sein, so brachte er immerhin Lothar die Kaiserwürde (4. Juni 1133) und Abmachungen in der Investiturfrage ein. Der 2. Italienzug Lothars (1136/37) führte den Kaiser über Oberitalien (Reichstag von Roncalia 1136) nach Süditalien, wo das deutsche Heer Apulien und Kalabrien erobern konnte; doch kam es wegen des weiteren Vorgehens zum Streit zwischen Kaiser und Papst. Ende 1137 kehrte Lothar, schon schwer erkrankt, aus Italien zurück und starb am 4. Dezember 1137 in einer Tiroler Berghütte. Seine letzte Ruhe-stätte fand der Kaiser im Benediktinerkloster Königslutter. Nach dem Tod Lothars von Supplinburg erlangte der Welfe Heinrich der Stolze - er war mit Gertrud, der Tochter Lothars verheiratet - auch das sächsische Herzogtum. Der Sohn Heinrichs des Stolzen, Heinrich der Löwe (†1195), war seit 1142 Herzog von Sachsen, ab 1154/56 Herzog von Bayern.
 
 Literatur: Buhlmann, Michael, Kaiserswerth und die Könige (= BGKw MA 9), Düsseldorf-Kaiserswerth 2009, S.27; Text: Buhlmann  

Bearbeiter: Michael Buhlmann