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Mittelalterliche
Geschichtsschreibung

Annalen des Klosters St. Maximin in Trier

Die Annalen des Trierer Benediktinerklosters St. Maximin umfassen die Jahre 538, 540, 708-987. Die Einträge bis 840 wurden um 875 in Laon niedergeschrieben, zu Beginn des 10. Jahrhunderts kam die Handschrift mit der Ostertafel nach Trier, die Einträge ab 931 wurden im Kloster St. Maximin verfasst.

Edition: Annales S. Maximini Trevirensis, hg. v. G.H. PERTZ, in: Monumenta Germaniae Historica. Scriptores (in Folio), Bd.4: [Annales et chronica aevi Carolini et Saxonicae], hg. v. G.H. PERTZ, 1841, Nachdruck Stuttgart-New York 1968, S.5ff. - Übersetzung: BUHLMANN.

Jahr der Fleischwerdung des Herrn
538. Eine Sonnenfinsternis geschah an den 14. Kalenden des März [16.2.] von der ersten bis zur dritten Stunde.
540. Eine Sonnenfinsternis geschah an den 12. Kalenden des Juli [20.6.], und die Sterne waren zu sehen fast eine halbe Stunde lang ab der dritten Stunde.
708. Der Fürst der Franken Drogo starb.
709. Erstmals drang [Hausmeier] Pippin [der Mittlere, 687-714] in Alemannien gegen Herzog Wilhar [ca.712] vor.
711. König Childebert [III., 694-71] starb.
714. Pippin [der Mittlere] starb.
715. König Dagobert [III., 711-715] starb.
716. Erstmals kämpfte Herzog [Hausmeier] Karl [Martell, 714-741] gegen [den Friesenherzog] Radbod [†719] bei Köln.
731. Der angelsächsische Priester Beda [Venerabilis] starb.
741. Der Fürst Karl [Martell] starb.
742. [Die Hausmeier] Karlmann [741-747] und Pippin [der Jüngere, 741-768] gingen gegen den [Herzog] Honold [I. von Aquitanien, 735-745] vor.
750. Pippin wurde zum König gewählt [751], und [König] Childebert [III., 743-751] zum Mönch gemacht.
764. König Pippin [der Jüngere] starb [768], und [dessen Söhne] Karl [768-814] und Karlmann [768-771] empfingen das Königtum.
767. Karlmann starb [771].
778. [Der Sohn Karls] Ludwig [der Fromme, 814-840] wurde geboren.
804. Abt Alkuin [von Tours, 796-804] starb.
806. Am Vortag der Nonen des Juni, Mondalter 14, Wochentag 5 [Donnerstag], erschien das Zeichen eines wunderbaren Kreuzes nahe beim Mond dieser Art +, als die Morgenröte begann. Im selben Jahr an den 3. Kalenden des September [30.8.], Mondalter 12, Sonntag, erschien zur 4. Stunde ein wunderbarer Kranz im Umfeld der Sonne.
809, Indiktion 2, gab es an den 17. Kalenden des August [16.7.], Wochentag 2, Mondalter 29, zur Anfangsstunde des Tages eine Sonnenfinsternis.
814. Kaiser Karl [der Große] starb, und Ludwig [der Fromme] empfing das Kaisertum.
833. Ludwig verlor das Kaisertum, und [dessen Sohn] Lothar [I., 817-855] empfing jenes. Ebenso
834. erhielt Ludwig [das Kaisertum] zurück.
840. Es geschah eine Sonnenfinsternis am Wochentag 4 [Mittwoch] vor [Christi] Himmelfahrt [5.5.].
843. Manno wurde geboren.
865. König Karl [der Kahle, 840-876] fing durch den Priester Hedenulf der Kirche von Laon, der später auch Bischof dieser Kirche wurde [876-v.886], Geistliche zu versammeln, die unter der [Aachener] kanonischen Regel Gott dienen wollten, für ein von ihm gegründetes Kloster, das zunächst unter der Aufsicht der Könige und später unter der apostolischen Aufsicht stand und das neue [Kloster] genannt wurde.
876. König Karl, der Sohn Kaiser Ludwigs [des Frommen], wurde vom Papst am Geburtsfest des Herrn [Weihnachten] in Rom zum Kaiser gekrönt. - Manno wurde an den 16. Kalenden des Juli [16.6.] zum Priester geweiht.
882. Die Normannen verwüsteten Trier mit dem Kloster des heiligen Maximin; sie brannten Westfranken nieder.
888. König [Kaiser] Karl [III. der Dicke, 876-888], der Bruder Karlmanns [876-880], starb; und Arnulf [von Kärnten, 887-899] wurde zum König gemacht.
899. König [Kaiser] Arnulf starb.
900. [König] Zwentibold [Sohn Arnulfs, 895-900] wurde von den Seinen umgebracht.
917. Bischof Ruodbert [?] starb.
923. Krieg um Soissons. Im selben Jahr wurde König Karl [III. der Einfältige, 898-923] unter Bewachung gestellt.
929. Herzog Giselbert [von Lothringen, 928-939] führte Gerberga als Ehefrau heim.
930. König Otto [I. der Große, 936-973] nahm eine Angelsächsin zur Ehefrau. Und König Karl [der Einfältige] starb in Gefangenschaft.
931. Weihe des [Erz-] Bischofs Ruotbert [von Trier, 931-956].
933. Die Kirche des heiligen Maximin stürzte ein.
934. Innere Umkehr der Mönche des heiligen Maximin; Hugo [934-948] wurde zum Abt gemacht [Ende der Zeit der Laienabbatiate in St. Maximin].
935. Es starb der Laie Hildierus.
937. König Heinrich [I., 919-936] starb, und sein Sohn Otto [I.] folgte nach. Arnulf, der Herzog der Bayern [907-937], starb. Das Kloster Fulda brannte nieder. Und König Otto verfolgte die Ungarn bis zur Stadt Metz. Der Laie Wolmar starb.
942. Weihe der Kirche des heiligen Maximin.
945. In diesem Jahr an den 17. Kalenden des Oktober [15.9.] zur ersten Nachtstunde erschien ein Zeichen am Himmel im nördlichen Teil, von dem man sagte, dass es das Zeichen des Antichrist sei.
Und [Abt] Hugo [I.] wurde zum Bischof von Lüttich [945-947] gemacht, und Willer [†957?] wurde Abt.
957. Es starb Abt Willer; Wiker [†966] folgte.
961. Otto [II., 973-983] der Jüngere wurde zum König gemacht, und es gab eine Sonnenfinsternis.
965. [Abt] Wiker starb; Asolf [966-967] folgte.
967. [Abt] Adolf starb; Dietfried [967, 978] folgte.
968. Derselbe Otto [II.] [wurde] Kaiser.
974. Kaiser Otto I. starb [973].
983. Abt Dietfried starb; Hugo [987] folgte.
984. Kaiser Otto II. starb [973]; und Otto III. [973-983] wurde zum König erhoben.
987. Abt Hugo starb; es folgte Folmar [990, 993].

Bearbeiter: Michael Buhlmann

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