2026
| 1524/25/26: 500 Jahre Deutscher Bauernkrieg |
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1524/25: Deutscher Bauernkrieg im deutschen Südwesten Die Unzufriedenheit großer Teile nicht nur bäuerlicher Untertanen (des "gemeinen Mannes") mit ihren Lebensverhältnissen führte in Südwestdeutschland zu einer Reihe von Aufständen. Der sog. Hegauer Bundschuh (1460) war eine Aufstandsbewegung gegen die Grafen von Lupfen in der an diese verpfändeten Herrschaft Hewen. Es folgten Bundschuhaufstände im Bistum Speyer (1502), im Breisgau (1513) und am gesamten Oberrhein (1517), die, geprägt vom bischöflich-speyerischen Leibeigenen Jos Fritz (*ca.1470?-†ca.1524), eine zunehmende Radikalisierung und Breitenwirkung erkennen lassen. Der Aufstand des "Armen Konrad" (1514) resultierte aus der Steuerpolitik der württembergischen Regierung, war auf die Ämter Schondorf, Leonberg und Urach beschränkt und wurde zum Teil militärisch niedergeschlagen. Im 1524 in der Landgrafschaft Stühlingen ausgebrochenen Bauernkrieg verband sich die sich rasch ausdehnende Aufstandsbewegung mit programmatischen Forderungen der Bauern (Zwölf Artikel: persönliche Freiheit, Rechtssicherheit, Gemeindeautonomie usw.). Der Zerstörung bzw. Plünderung von Klöstern und Schlössern, der Eroberung bzw. Kapitulation von Städten (Bruchsal, Freiburg, Waldshut) folgte vielfach die militärische Niederlage der Bauern durch den Schwäbischen Bund (Schlachten bei Leipheim, Böblingen und Königshofen 4. April, 12. Mai, 2. Juni 1525). Eine den Bauernkrieg abschließende "Friedenskonferenz" fand zwischen dem 9. und 14. April 1526 in Villingen statt. Michael Buhlmann, Der Bauernkrieg auf der Baar und in Villingen (= Vertex Alemanniae, H.124), Essen 2025, A4, 28 S., € 5,-
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Im Mai 2026 ist erschienen: Buhlmann, Michael, Rudolf von Rheinfelden, Tl.1: Der Herzog, Tl.2: Der König (= Vertex Alemanniae, H.128/1-2), Essen 2026, zus. 36 S., Regententabellen, Stammtafeln, zus. € 5,-.
Im Juni 2026 ist erschienen: Buhlmann, Michael, Die Musikdruckschrift Cygnus terrestris Alaudae coelesti (Ulm, 1709) (= Vertex Alemanniae, H.129), Essen 2026, 12 S., Abbildung, € 2,-.
Im Spätsommer 2026 erscheint: Buhlmann, Michael, Eine hochmittelalterliche musikthematische Sammelhandschrift des Zisterzienserklosters Aldersbach (= Vertex Alemanniae, H.127), Essen 2026, A4, ca. 26 S., € 5,-.
| 11. Dezember 1276: 750 Jahre Stadt Ratingen |
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1276 - 2026 750 Jahre Stadterhebung Ratingens Mit dem Tod des Kölner Erzbischofs Engelbert I. von Berg (1216-1225) gelangte die Grafschaft Berg an die Herzöge von Limburg; Herzog Heinrich IV. von Limburg (1225/26-1247) war der Schwiegersohn Graf Adolfs III. von Berg (v.1191-1218) und konnte von daher die Herrschaft im Bergischen übernehmen. Heinrichs Enkel, Graf Adolf V. von Berg (1259-1296), baute die bergische Landesherrschaft weiter aus, was eine weitere Verdichtung von territorialen Rechten auch im Niederbergischen und in und um Ratingen mit sich brachte. Im politischen Gegeneinander der spätmittelalterlichen Territorien am Niederrhein kam nun den Städtegründungen eine besondere Rolle zu. So verwundert es also nicht, dass Graf Adolf V. Ratingen, einen Ort der u.a. als Mittelpunkt einer Pfarrei schon zentralörtliche Funktionen besaß, Ende des Jahres 1276 zur Stadt erhob. Dies geschah mit der nachstehenden, noch heute im Original vorhandenen (lateinischen) Stadterhebungsurkunde vom 11. Dezember 1276: Ratinger Stadterhebungsurkunde (1276 Dezember 11) (Latein, Originalurkunde): Michael Buhlmann, Ratingen bis zur Stadterhebung (1276). Zur früh- und hochmittelalterlichen Geschichte Ratingens und des Ratinger Raumes, in: Ratinger Forum 5 (1997), S.5-34
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2030
| 17. August 1030: Herzog Ernst II. von Schwaben, Burg Falkenstein im Schwarzwald und Entscheidungskampf auf der Baar |
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1030 - 2030 17. August 1030: Tod des Herzogs Ernst II. von Schwaben (1015-1030) auf der Baar Ernst II., geboren um 1007, war als Sohn Herzog Ernsts I. (1012-1015) nach dessen Tod der zu-nächst unter Vormundschaft stehende Herzog von Schwaben (1015-1030). Mit dem Regierungsantritt seines Stiefvaters, des (salischen) Königs Konrad II. (1024-1039), des Ehemanns von Ernsts Mutter Gisela von Schwaben (†1043), sah sich der junge Mann in seiner Position als Herzog gefährdet, militärische Aktionen und Aufstände gegen den König waren die Folge, wobei der Stiefsohn nach seiner Unterwerfung die Begnadigung des Herrschers erlangte. Doch unterlag Ernst in seinem Bestreben, die herzogliche Gewalt in Schwaben wieder aufzurichten, letztlich der königlichen Partei: Nachdem er sich im Sommer 1030 im Schwarzwald in der Burg Falkenstein (bei Schramberg) verschanzt hatte, fiel er zusammen mit seinem Gefolgsmann Graf Werner von Kyburg (†1030) am 17. August desselben Jahres im Entscheidungskampf auf der Baar gegen die Leute des Konstanzer Bischofs Warmann (1026-1034). Von der mittelalterlichen historiografischen Überlieferung um Herzog Ernst II. geht nun eine Anzahl von historischen und literarischen Entwicklungslinien aus. Teile des Geschehens um Ernst II. fanden Eingang in die mittelhochdeutsche Dichtung "Herzog Ernst" als "Staatsroman" um einen (fiktiven) bayerischen Herzog, der nach vielen überstandenen Abenteuern die Verzeihung des Kaisers erlangt. Die Burg Falkenstein wurde im hohen Mittelalter Herrschaftsmittelpunkt der Herren von Falkenstein, die Kyburg des Grafen Werner war namengebend für die Herrschaft der Grafen von Kyburg. In Auseinandersetzung mit der Person des Herzogs bzw. mit dem Ernst-Epos beschäftigten sich noch Gelehrte, Dichter und Schriftsteller wie Ludwig Uhland (†1862; Trauerspiel, Sage), Felix Dahn (†1912; Ballade, Erzählung) oder Peter Hacks (†2003; Volksbuch, historisches Drama). Michael Buhlmann, Herzog Ernst II. von Schwaben und die Burg Falkenstein (= Vertex Alemanniae, H.123), Essen 2025, A4, 26 S., Stammtafel, Regententabellen, € 5,-
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2034
| 22. April 2034: 950 Jahre St. Georgen im Schwarzwald | |
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1084 - 2034 950 Jahre St. Georgener Klostergründung In den Anfang des Investiturstreits fällt die Gründung eines Benediktinerklosters auf dem "Scheitel Alemanniens" im Schwarzwald: Die Mönchsgemeinschaft in St. Georgen, an der Quelle der Brigach gelegen, war ein Resultat des Zusammengehens von schwäbischem Adel und kirchlicher Reformpartei, eindrucksvoll repräsentiert durch die Klostergründer Hezelo (†1088) und Hesso (†1113/14) und den Abt und Klosterreformer Wilhelm von Hirsau (1069-1091). Statt des zunächst in Aussicht genommenen oberschwäbischen Königseggwald wurde auf Betreiben Wilhelms St. Georgen als Ort der Klostergründung ausgewählt. Mit der Besiedlung St. Georgens durch Hirsauer Mönche im Frühjahr und Sommer 1084 und der Weihe der Klosterkapelle am 24. Juni 1085 nahm die Geschichte des Schwarzwaldklosters ihren Anfang. - Zunächst hirsauisches Priorat, dann selbstständige Abtei (1086), begann in der Zeit Abt Theogers (1088-1119) der Aufstieg St. Georgens zu einem der bedeutendsten Klöster Süd(west)deutschlands Hirsauer Prägung. Bis um die Mitte des 12. Jahrhunderts vergrößerten Schenkung, Kauf und Tausch von Land und Rechten den Besitz des Klosters beträchtlich und schufen damit die materielle Basis klösterlicher Existenz. Die über Schwaben und das Elsass reichende, im Raum zwischen Neckar und Donau sich verdichtende Grundherrschaft aus Gütern, Besitzkomplexen, abhängigen Bauern, Einkünften und Rechten, auch über Pfarrkirchen und Klöstern, sicherte die Versorgung der Mönche, die u.a. in Liturgie und Gebet dem Seelenheil der klösterlichen Wohltäter gedachten. Kloster und Klosterbesitz waren dabei (theoretisch) geschützt durch den Vogt. Die Vogtei übten zunächst der Klostergründer Hezelo und dessen Sohn Hermann (†1094) aus, spätestens ab 1114 die Zähringerherzöge. Nach deren Aussterben (1218) fiel die Vogtei an den staufischen König Friedrich II. (1212/15-1250), dann an die Herren von Falkenstein, schließlich (1444/49) an die Grafen bzw. Herzöge von Württemberg. - Die Privilegien vom 8. März 1095 und vom 2. November 1105, die die Abtei von den Päpsten Urban II. (1088-1099) und Paschalis II. (1099-1118) erlangte, dienten der gleichsam verfassungsrechtlichen Absicherung des Klosters: Die libertas Romana, die "römische Freiheit" beinhaltete dabei die Unterstellung des Klosters unter das Papsttum bei päpstlichem Schutz, freier Abtswahl und Verfügung des Klosters über die Vogtei. Sie bedingte die Einordnung der monastischen Einzelgemeinschaft in die katholische Kirche bei Zurückdrängung von adligem Eigenkirchenrecht und Vogtei sowie bei Sicherung der klösterlichen Existenz gegenüber bischöflichen Ansprüchen. Eines dieser hochmittelalterlichen Papstprvilegien war die Urkunde Papst Alexanders III. (1159-1181) für St. Georgen mit Datum vom 26. März 1179. An ihr kann die Bedeutung des Schwarzwaldklosters als Reformmittelpunkt des Benediktinertums während des 12. Jahrhunderts in Elsass, Lothringen, Schwaben und Bayern abgelesen werden. Die Urkunde nennt eine Vielzahl von Kommunitäten, die damals in engeren Beziehungen zum Schwarzwaldkloster standen, d.h.: sich St. Georgen in der Seelsorge oder im Rahmen der Klosterreform unterstellten oder von St. Georgen aus errichtet wurden (Amtenhausen, Friedenweiler, Urspring, Rippoldsau u.a.), während z.B. das Benediktinerkloster Ottobeuren, das Stift Admont (1115, Admonter Reform), die Klöster Hugshofen (vor 1110), Gengenbach (vor 1117) und Prüfening (1121) von St. Georgen aus Äbte und/oder Reformimpulse empfingen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass das St. Georgener Kloster unter Hirsauer Einfluss entstanden ist, selbst also Teil der Hirsauer Reform war. Die Reformwirkung St. Georgens muss im ersten Drittel des 12. Jahrhunderts, in der Zeit der Äbte Theoger und Werner I. (1119-1134) beträchtlich gewesen sein, während in der zweiten Jahrhunderthälfte eine Phase der Stagnation eintrat. - Parallel zu den mehr oder weniger engen Beziehungen zum Papsttum gewann das Verhältnis zu den deutschen Königen im 12. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung. Erinnert sei an die Hinwendung St. Georgens zum Königtum, zu König Heinrich V. (1106-1125) (1108, 1112), Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1152-1190) (1163) oder Kaiser Friedrich II., der in einer Urkunde vom Dezember 1245 der Mönchsgemeinschaft ihre Privilegien bestätigte, nicht ohne auf die staufische Vogtei und auf die daraus abgeleiteten herrscherlichen Rechte zu verweisen. - Die späte Stauferzeit leitete den wirtschaftlichen und geistig-religiösen Niedergang St. Georgens ein. Aspekte dieser Entwicklung waren: die Brandkatastrophe von 1224, die das Kloster zerstörte - der Neubau wurde 1255 geweiht; der Verfall der klösterlichen Disziplin und der mönchischen Bildung; Verluste an Gütern und Rechten durch Entfremdung, Verkauf und Misswirtschaft; innere Unruhen im Klosterkonvent. Erst die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert brachte unter dem reformerischen Abt Johann III. Kern (1392-1427) eine Neuorientierung monastischen Lebens und damit einen Wandel zum Besseren. Hinter dem Zugehen auf das Königtum stand die Abgrenzung gegenüber den Klostervögten, deren Einfluss auf Kloster und Klostergebiet (d.h.: St. Georgen und Umgebung mit Brigach, Kirnach, Peterzell) sich im Rahmen der spätmittelalterlichen Territorialisierung noch verstärkte, während die Mönchsgemeinschaft selbst bei immerhin noch bedeutendem Grundbesitz an Wichtigkeit einbüßte. Gerade in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts geriet die Mönchsgemeinschaft im Zuge von Landsässigkeit und Landstandschaft in den Sog der württembergischen Landesherrschaft. Das Jahr 1536 brachte dann mit der Begründung der württembergischen Landeshoheit über St. Georgen und mit der Einführung der Reformation eine Zäsur, die die Existenz des Klosters ganz wesentlich in Frage stellte. Das katholische Kloster und seine Mönche fanden eine neue Heimat im österreichisch-habsburgischen Villingen, während sich in St. Georgen eine Gemeinschaft mit evangelischer Klosterordnung unter evangelischen Äbten etablierte (1566). Im Dreißigjährigen Krieg konnten sich die katholischen Mönche unter Abt Georg Gaisser (1627-1655) noch einmal für einige Jahre (1629-1632) in St. Georgen behaupten, doch führte der Krieg zur Zerstörung von Klosterkirche und -gebäuden am 13. Oktober 1633 durch Brand. Das Kloster ist danach nicht wieder aufgebaut worden, die katholische Mönchsgemeinschaft blieb auf Villingen beschränkt. Villingen schließlich wurde im Rahmen der napoleonischen Neuordnung auch Südwestdeutschlands im Jahr 1805 württembergisch, ein Jahr später badisch. Nun ereilte das Kloster das Schicksal von Säkularisation und Aufhebung (1806). St. Georgener Regesten
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